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Neugablonzer Rüdiger-Brunnen hat 50 jähriges Jubiläum

Die Einweihung und Übergabe des Rüdiger-Brunnens fand am Sonntag, 30. August 1970 im Verlauf der Gablonzer Heimatfestwoche statt - und jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal.

Der Beginn

Der Rüdiger-Brunnen war das Wahrzeichen der Stadt Gablonz an der Neiße. Die übermannsgroße Bronzestatue des Rüdiger von Bechelaren steht auf einem Sockel aus Granit, der ummantelt ist von sechs steinernen Relieftafeln, die männliche Torsi zeigen. Der Bildhauer des Jugendstils Franz Metzner (1870-1919), Schöpfer des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig schuf diese Statue mit Brunnen. Ursprünglich sollte dieser Brunnen in Wien aufgestellt werden; warum dies nicht geschah, ist nicht genau geklärt. Höchstwahrscheinlich waren es beim Ausbruch des 1. Weltkrieges finanzielle Gründe. Die Plastik lagerte in einem Prager Magazin.
Die Stadt Gablonz erwarb 1924 für 50.000 Kronen den bronzenen Rüdiger. Zu diesem Entschluß mag wohl auch beigetragen haben, dass die Nachbarstadt Reichenberg einen Metzner-Brunnen erworben hatte. Die beiden Industriestädte Reichenberg und Gablonz konkurrierten oft miteinander. Als Standort wurde aus finanziellen Gründen vorerst ein leerer Sockel gegenüber der Anna-Kirche gewählt. Ende der zwanziger Jahre, als mit dem Bau der Herz-Jesu-Kirche auf der Bastei begonnen worden war, kam auch die Brunnen-Planung wieder in Gang. Nach den noch vorhandenen Originalplänen von Franz Metzner wurde der Brunnen mit den Reliefplatten gestaltet und ab 1931 verlieh er auf der Gablonzer Bastei diesem Platz seine besondere Note. Das Ende des Gablonzer Rüdiger-Brunnens kam 1945. Wenige Stunden nach Kriegsende stürzten tschechische Milizen und Partisanen das Rüdiger-Standbild vom Sockel und zogen es mit Jubelgeschrei durch die Stadt. Später geriet das Denkmal in Vergessenheit und wurde in einem Schloßpark in Prag eingelagert.

Die Rückkehr

Schon seit Jahren hatten sich Rudolf Tamm und Bürgermeister Oswald Wondrak bemüht, das Denkmal nach Neugablonz zu holen. Das Vorhaben scheiterte aber zunächst an der ablehnenen Haltung der tschechoslowakischen Regierung. Es wurde auch versucht ein Duplikat beim Berliner Atelier des Künstlers Franz Metzner herstellen zu lassen doch die finanziellen Forderungen der Nachlassverwaltung waren zu hoch.
Im Februar 1968 kam über einen Münchner Kunsthändler die Anfrage an die Stadt Kaufbeuren, ob noch Interesse am Ankauf des Rüdiger-Brunnens bestehe? Der damals amtierende Bürgermeister Wondrak setzte sich umgehend mit dem Kunsthändler in Verbindung, dieser vermittelte das Angebot an die CSSR, die Rüdigerstatue, plus die Reliefplatten für 10.000 Dollar (damals ca. 40.000 DM) zu erwerben. die Finanzierung konnte sofort geklärt werden, da zwei Neugablonzer Unternehmer den Betrag zur Verfügung stellten. Am Morgen des 17. Februars 1968 kam der Rüdiger in Kaufbeuren an.

Die Geschichte

Bis zur Wiedererrichtung des Brunnens in Neugablonz vergingen aber nochmals 2 Jahre. 2 Jahre voller unliebsamer Ereignisse. Gegen die Aufstellung richteten sich viele negative Meinungen. Der Rüdiger sei ein Denkmal der Rache und Vergeltung, ein Stück Altmetall, unmodern, ewig gestrig, der Rüdiger eine Unperson! Auf dem Höhepunkt dieser Kampagne, der die Initiatoren der "Heimholung" Rüdigers und die Gablonzer insgesamt erschrocken und hilflos gegenüberstanden, verfasste Dr. Gertrud Zasche eine Schrift:

"Was kann uns Metzners Rüdiger heute bedeuten?"

Hier analysiert sie die historische und literarische Sagengestalt Rüdigers von Bechelaren. Der Markgraf ist eine der Hauptgestalten der Nibelungen-Sage, er gilt als Symbol der Gefolgschaftstreue, Pflichterfüllung und unbedingter Verlässlichkeit. Also Werte, die in den 60er Jahren als unmodern und altmoisch galten. Die negative Einstellung mancher Einwohner konnte aber überwunden werden. Nachdem sich ein Standort am Neuen Markt als ungeeignet herausstellte, bot sich die Anlage auf der "Bastei vor der Herz-Jesu-Kirche" an. Mit Unterstützung des Anpflanzungs- und Verschönerungsvereins Neugablonz e.V. wurde die Summe für die Wiederrichtung in Höhe von 100.000 DM durch Spendensammlungen aufgebracht. Die Stadt Kaufbeuren sagte ihre Unterstützung bei der Platzwahl und für die Wassersorgung zu.

Quelle: Noppern-News Ausgabe 4 / 18. Juli 2020

Veröffentlicht am: 20.07.2020